Kategorie: Allgemein

Ida Wells

  • Solidarität mit Rojava – Gegen Imperialismus, Staat und Kapital!

    Solidarität mit Rojava – Gegen Imperialismus, Staat und Kapital!

    Während die Welt erneut wegschaut, werden in Nord- und Ostsyrien die letzten Reste einer der mutigsten sozial Revolutionäre Errungenschaften unserer Zeit unter Feuer genommen. Die Autonome Selbstverwaltung von Rojava, geboren aus der Revolution von 2011 und stetig bedroht durch Diktatoren, Islamisten und imperialistische Mächte, wird heute wieder von islamistischen Milizen und der Türkei angegriffen, mit Wissen und Unterstützung der westlichen Staaten.

    Kobanê, einst Symbol für den Sieg über den IS, ist erneut eingeschlossen, die Wasser- und Stromversorgung gekappt, während türkische Drohnen Städte und Dörfer in Schutt legen.

    Diejenigen, die einst die Menschheit vor dem IS verteidigten, werden nun von denselben Mächten verraten, die sich als „Verteidiger der Demokratie“ verkaufen. Deutsche Waffen, NATO-Geld, westliche Doppelmoral, das ist die Realität hinter den täglichen Toten.

    Der Westen verteidigt keine Freiheit, keine Menschenrechte, keine Frauenrevolution. Er verteidigt Profite, Einflusszonen und Macht. Wer heute über „Werte“ redet, während Panzer und Drohnen brennen, hat jedes moralische Fundament verloren. Erdogan, Assad, al-Scharaa, Trump oder Merz, sie alle stehen für den gleichen Feind: Den Staat als Herrschaftsform und das Kapital, das aus Krieg und Unterdrückung wächst.

    Doch während Staaten zerstören, bauen Menschen in Rojava weiter. Frauen organisieren sich selbst, Gemeinden verwalten kollektiv ihr Leben, und trotz Hunger, Terror und Bomben bleibt die Idee einer herrschaftsfreien, ökologischen und feministischen Gesellschaft lebendig.

    Diese Hoffnung gilt es zu verteidigen, aus Solidarität mit allen, die sich gegen Herrschaft erheben.

    Wir rufen alle Genoss*innen, Arbeiter*innen, Feminist*innen, Internationalist*innen und Antimilitarist*innen auf:

    Lasst uns hier Widerstand leisten, wo die Kriegsmaschinerie genährt wird!

    Blockiert Waffenlieferungen, sabotiert die Logistik des Todes, brecht das Schweigen auf den Straßen, in den Betrieben und Universitäten!

    Die Kämpfe in Rojava sind auch unsere Kämpfe. Gegen Krieg, Patriarchat, Nationalismus und Kapitalismus. Für Selbstorganisation, Solidarität und Freiheit.

    Jin, Jiyan, Azadî! – Für die soziale Revolution!

  • Keine Freiheit unter Besatzung

    Keine Freiheit unter Besatzung

    Anarchistische Perspektiven auf Palästina und den Widerstand gegen Kolonialismus.

    Als Anarchist*innen stehen wir auf der Seite derjenigen, die unter Repression, Rassismus und staatlicher Gewalt leiden. Unsere Solidarität gilt niemals Staaten, sondern den Menschen, den Unterdrückten, den Entrechteten, den, die zwischen Grenzen und Bomben leben müssen.

    Wir wissen: Wo Macht herrscht, entsteht Gewalt. Wo Staaten und Nationen sich behaupten, werden andere verdrängt, entrechtet oder vernichtet, immer im Namen von „Sicherheit“, „Identität“ oder „Religion“.

    Wenn wir diese Haltung auf Palästina übertragen, wird klar, warum unsere Solidarität den Palästinenser*innen gilt. Seit über 75 Jahren erleben sie Besatzung, Enteignung und permanente Entmenschlichung. Über 2,3 Millionen Menschen leben im Gazastreifen auf einer Fläche kleiner als Hamburg, unter Blockade, Bombardierungen und katastrophalen Lebensbedingungen. Checkpoints, Mauern, Hauszerstörungen und systematische Vertreibungen sind keine Verteidigungsmaßnahmen, sondern Ausdruck kolonialer Herrschaft. Diese beruht auf Kontrolle, Landraub und ethnischer Segregation.

    Die Vorstellung, ein Staat könne „Sicherheit“ für einige durch Gewalt gegen andere schaffen, ist genau das, was wir als Anarchist*innen ablehnen. Kein Staat schützt vor Gewalt; Staaten erzeugen Gewalt, um sich selbst zu erhalten.

    Aus unserer Perspektive steht der Zionismus, die Idee eines jüdischen Ethnonationalistischen Staat, im Widerspruch zu jeder Vorstellung kollektiver Befreiung.

    Er ersetzt eine jahrtausendealte, vielfältige jüdische Kultur durch ein Projekt territorialer Kontrolle.

    1948 begann die Nakba, bei der über 700.000 Palästinenser*innen aus ihren Dörfern vertrieben oder gezwungen wurden zu fliehen. Mehr als 400 Dörfer wurden zerstört. Diese ethnische Säuberung wirkt bis heute fort: durch militärische Besatzung seit 1967, systematische Siedlungspolitik, Hauszerstörungen und die Verweigerung des Rückkehrrechts für Geflüchtete.

    In der besetzten Westbank zeigt sich der fortgesetzte Siedlerkolonialismus in seiner alltäglichen Form. Mehr als 500.000 israelische Siedler*innen leben dort heute in errichteten Kolonien, geschützt durch das Militär, während palästinensische Gemeinden unter Militärrecht, Checkpoints und Landenteignungen existieren müssen. Straßen sind nach ethnischer Zugehörigkeit getrennt, Wasserzugang und Bewegungsfreiheit werden systematisch kontrolliert. Hauszerstörungen, Gewalt durch Siedler*innen und willkürliche Verhaftungen gehören zum kolonialen Alltag. Diese Politik verfolgt ein Ziel: das Land so weit wie möglich zu fragmentieren, um eine zusammenhängende palästinensische Gesellschaft unmöglich zu machen. So entsteht kein „Konflikt zwischen zwei Seiten“, sondern ein asymmetrisches System permanenter Enteignung und Vertreibung.

    Diese Struktur ist kein Ausnahmefall, sondern Teil derselben kolonialen Logik, die überall wirkt und wirkte: europäische Siedlungsprojekte in Nordamerika, französischer Kolonialismus in Algerien, britischer Landraub in Afrika. Überall, wo Nationalismus und Kolonialismus herrscht, verschwinden jene, die nicht ins Raster passen.

    In Palästina zeigt sich, wie nationale Ideologie, Religion und Militarismus zu einem System verschmelzen, das Herrschaft mit Religiöser oder historischer Legitimation rechtfertigt.

    Nicht zu vergessen, Ein zentraler Punkt ist die gefährliche Gleichsetzung von Judentum und dem Staat Israel. Diese Logik, dass Israel „das jüdische Volk“ repräsentiere und damit Kritik an Israel antisemitisch sei, ist selbst antisemitisch. Sie verwandelt eine vielfältige Religion und Kultur in eine ideologische Staatsraison und löscht damit jüdisches Leben in seiner Diversität aus: sozialistische, ultraorthodoxe, anarchistische, säkulare und antizionistische Strömungen. Jüd*innen, die sich gegen Nationalismus und Kolonialismus stellen, etwa Gruppen wie Jewish Voice for Peace, Boycott from Within oder Neturei Karta, zeigen, dass Solidarität mit Palästina kein Widerspruch zum Kampf gegen Antijüdischen Rassismus ist.

    Das Argument, Israel müsse als „Schutzraum für jüdisches Leben“ existieren, verschiebt das Problem, statt es zu lösen. Ein Staat, der durch Militarisierung und Ausschluss funktioniert, kann keinen dauerhaften Schutz bieten, weder für Jüd*innen noch für andere Menschen.

    Sicherheit entsteht nicht durch Grenzen und Waffen, sondern durch Solidarität, gegenseitiger Hilfe und den entschlossenen Kampf gegen Kapitalismus, Rassismus und Faschismus, überall, wo sie auftreten.

    Als Anarchist*innen sagen wir klar: Kein Staat befreit. Kein Staat schützt.

    Befreiung entsteht dort, wo Menschen sich selbst organisieren, füreinander einstehen und Herrschaftsverhältnisse überwinden.

    Diese Perspektive teilen Jüd*innen, Palästinenser*innen und Menschen weltweit, die gegen Militarismus, Nationalismus und Kolonialismus kämpfen.

    Unser Ziel ist keine neue Grenze, kein anderer Staat, sondern eine Welt ohne Herrschaft, ohne Kolonien und ohne Unterdrückung.

  • Das Sind Wir!

    Das Sind Wir!

    Wir, die Schwarzen Scharen, verstehen uns als autonome anarchistische Gruppierung, die ein Gegenangebot zu autoritären, nationalistischen und faschistischen Strukturen schaffen will. Diese Organisationen nutzen soziale Unsicherheiten, Entfremdung und Perspektivlosigkeit aus, um Menschen für ihre Machtinteressen zu instrumentalisieren. Dagegen setzen wir eigene solidarische, selbstverwaltete und emanzipatorische Strukturen.

    Wir wollen Menschen agitieren, organisieren und bestärken, die wir für den Kampf um Freiheit, Gleichheit und soziale Revolution als unerlässlich erachten. Unser Handeln beruht auf den folgenden Grundüberzeugungen, die für uns grundlegend und unverhandelbar sind

    Ablehnung von Eigentumsstrukturen und Kapitalismus

      Eigentum im Sinne von Besitz über Produktionsmittel, die der Befriedigung menschlicher Bedürfnisse dienen, darf nicht privat sein.

      Ein System, das Eigentum privilegiert, führt unweigerlich zu einer Klassengesellschaft – zwischen jenen, die besitzen, und jenen, die gezwungen sind, ihre Arbeitskraft zu verkaufen.

      Wir streben eine förderalistisch organisierte, selbstverwaltete Wirtschaft an, in der Eigentum in gemeinschaftlicher Hand liegt und horizontal, basisdemokratisch und Bedürfnisorientiert über dessen Nutzung entschieden wird.

      Queerfeminismus und Intersektionalität

        Der Kampf um menschliche Befreiung von Normativität, Ausbeutung und Unterdrückung ist vielschichtig und darf niemals verallgemeinernd, revisionistisch oder autoritär geführt werden. Systematische Marginalisierungen und Unterdrückungsverhältnisse – ob patriarchal, rassistisch, queerfeindlich oder kolonial – verschwinden nicht automatisch mit dem Ende des Kapitalismus. Daher ist es notwendig, diese Kämpfe intersektional zu führen und stets in einer zeitgemäßen, progressiven Analyse mitzudenken. Uns ist es besonders wichtig, Räume zu schaffen, in denen unsere Genoss*innen frei und unter Anerkennung ihrer individuellen Erfahrungen, Identitäten und Lebensrealitäten miteinander agieren und sich weiterentwickeln können.

        Daher ist es notwendig, diese Kämpfe intersektional zu führen und stets in einer zeitgemäßen, progressiven Analyse mitzudenken.

        Uns ist es besonders wichtig, Räume zu schaffen, in denen unsere Genoss*innen frei und unter Anerkennung ihrer individuellen Erfahrungen, Identitäten und Lebensrealitäten miteinander agieren und sich weiterentwickeln können.

        Ablehnung von Avantgardismus und Kaderstrukturen

          In jedem sozialrevolutionären Handeln muss der Mensch im Mittelpunkt stehen. Die Verwirklichung des libertären Sozialismus kann niemals das Werk selbsternannter „Revolutionär*innen“ oder „Parteiführer*innen“ sein, die sich anmaßen, im Namen der Arbeiter*innen zu sprechen.

          Die eigene Handlungsfreiheit aufzugeben, in der Hoffnung, dass eine neue Machtinstanz die Befreiung bringt, ist illusionär – und die Geschichte zeigt, dass so nie wirklicher Sozialismus entstanden ist. Wenn unsere Ziele sich nicht in unserem eigenen revolutionären Handeln widerspiegeln, dann ist es kein revolutionäres Handeln.

          Denn: Die Befreiung der Arbeiter*innen kann nur das Werk der Arbeiter*innen selbst sein!

          Antifaschismus und Antimilitarismus

            Faschismus, Nationalismus und Militarismus sind Ausdruck autoritärer und kapitalistischer Herrschaft. Wir stellen uns ihnen aktiv entgegen. auf der Straße, im Alltag und in unseren Strukturen.

            Wir begreifen Antifaschismus als praktische Solidarität mit allen Unterdrückten und als festen Bestandteil eines libertären, revolutionären Kampfes.

            Ökologische Verantwortung

              Der Kampf für eine befreite Gesellschaft ist untrennbar mit dem Kampf um die Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen verbunden.

              Kapitalismus zerstört durch seine Wachstumslogik die Umwelt und entfremdet den Menschen von der Natur.

              Wir setzen uns für eine ökologische, nachhaltige und bedürfnisorientierte Gesellschaft ein, die im Einklang mit der Umwelt steht.

            1. Trans* Day of Visibility – Sichtbarkeit als Kampf gegen Unterdrückung

              Trans* Day of Visibility – Sichtbarkeit als Kampf gegen Unterdrückung

              Jeden Tag wachen Trans* Menschen auf in einer Welt, die nicht für sie gemacht ist. Es beginnt beim Blick in den Spiegel, der oft ein Gefühl der Entfremdung zurücklässt, und endet noch lange nicht beim Verlassen der eigenen Wohnung.

              Der Alltag ist geprägt von kleinen und großen Kämpfen: Der angstbesetzte Gang auf eine öffentliche Toilette, das Zögern vor der Anrede in einem Amt, der entsetzte Blick eines Fremden im Bus, der den Körper scannt und bewertet.
              Diese tägliche Anstrengung hat einen Namen: Sie heißt Überlebenskampf. Statistiken zeigen eine um Jahrzehnte verkürzte Lebenserwartung, nicht wegen einer medizinischen Diagnose, sondern wegen des sozialen Giftes der Transfeindlichkeit.

              Viele Trans* Menschen erleben sich als ständige Bittstellerinnen vor Ärztinnen, die über ihren Körper bestimmen, vor Behörden, die ihre Existenz in Formulare zwängen, und vor einer Gesellschaft, die ihnen grundlegende Anerkennung verweigert.
              Die Isolation ist dabei ein ständiger Begleiter. Sie kann aus der Familie kommen, die eins verstößt, aus dem Freundeskreis, der sich abwendet, oder vom Arbeitsmarkt, der eins ausschließt.

              Diese strukturelle Gewalt ist leise, systematisch und für diejenigen, die nicht betroffen sind, oft unsichtbar. Doch sie hinterlässt tiefe Spuren.

              Die Gewalt gegen Trans* Menschen hat viele Gesichter. Das offensichtlichste ist die körperliche Bedrohung und der tödliche Hass auf der Straße. Doch davor und darunter liegt ein Fundament aus institutioneller und psychischer Gewalt, das die Realität prägt.

              Es ist die Gewalt des Wartens: Zwei, drei, fünf Jahre auf einen ersten Therapieplatz, während der Leidensdruck unerträglich wird.
              Es ist die Gewalt der Bevormundung: Gutachten, die die eigene Identität „testen“, und Fremde, die ungefragt Pronomen korrigieren.
              Es ist die Gewalt der ökonomischen Unsicherheit: Jobverlust nach dem Coming-Out, Diskriminierung bei der Wohnungssuche und die immense finanzielle Belastung durch Transition, die für viele unerreichbar bleibt.

              Diese systematische Unterdrückung wirkt wie ein Gefängnis ohne Gitter. Sie zwingt Menschen, ihre Identität zu verbergen, um sicher zu sein, was die Seele aushöhlt.
              Oder sie zwingt sie, sichtbar zu sein und damit zum Ziel zu werden, was den Körper in Gefahr bringt.
              Dieser doppelten Falle entspringt die alarmierende Rate an psychischen Erkrankungen und Suizidgedanken unter Trans* Jugendlichen und Erwachsenen. Es ist kein individuelles Versagen, sondern die logische Konsequenz eines Systems, das ihre Existenz bekämpft.

              Für Trans* Menschen of Color, mit Behinderungen oder mit Migrationsgeschichte verdichten sich diese Gewaltsysteme.
              Sie stehen an der Kreuzung mehrerer unterdrückender Strukturen, die sie besonders verwundbar machen für staatliche Repression, Armut und extreme Ausgrenzung.

              Der Trans* Day of Visibility am 31. März ist kein Feiertag.  
              er ist ein Tag des Gedenkens und der politischen Intervention.
              Die alltägliche und strukturelle Gewalt gegen trans* Menschen ist ein Produkt der selben Systeme, die wir bekämpfen: Patriarchat, Staat und Kapital, die alle von der Kontrolle über Körper und Identitäten profitieren.

              Unsere Antwort kann nur kollektiver, sichtbarer Widerstand sein. Die Befreiung von Geschlechterzwängen ist kein Nebenschauplatz, sondern ein Herzstück jeder anarchistischen Revolution.

              Deshalb: Organisiert euch! Stellt euch am 31. März als lautstarker, schützender Block auf die Straße. Beteiligt euch an Demos oder organisiert sie selbst, von Mahnwachen bis zu informierenden Aktionen.

              Solidarität praktisch machen: Hört trans* Stimmen. Bildet Schutzbegleitungen. Kämpft gegen Cisnormativität auch in eigenen Kreisen. Zeigt durch eure Aktion, dass die Kämpfe für soziale und geschlechtliche Befreiung untrennbar sind.

              Unsere gemeinsame Präsenz macht aus individueller Verletzlichkeit kollektive Stärke. Für eine Gesellschaft jenseits von Zwang und Hass!

              Auf die Straße zum Trans* Day of Visibility!